Kork: Ernte und Verarbeitung der Rinde der Korkeiche
Bei der Korkernte wird die äußere Rinde von Korkeichen geschält. Die beste Erntezeit ist von Mai bis August, wenn die Rinde am schnellsten wächst.
Die Qualität der Korkrinde erreicht erst ab der dritten Ernte ein ausreichendes Niveau, weshalb dieser Kork auch „Amadia“ genannt wird. Erfahrene Fachleute können den Baum ohne bleibende Schäden schälen, da die erste Schicht des reproduktiven Korks auf natürliche Weise mit dem unbeschädigten, noch wachsenden Teil des Baumes verbunden ist. Die Bedingungen für die Ernte der Korkeichenrinde sind gesetzlich geregelt, um die Gesundheit der Bäume zu erhalten.
Korkrinde schälen: Eine traditionelle und effektive Methode
Das Schälen von Kork wird seit Jahrzehnten auf die gleiche Weise durchgeführt. Auch heute noch ist das Schälen mit einer speziellen Axt die schnellste und sauberste Methode.
- Zuerst wird der tiefste Riss in der Rinde ausgewählt und ein vertikaler Schnitt hinein gemacht, während die Spitze der Axt gedreht wird, um die obere Rindenschicht von der unteren zu trennen.
- Anschließend wird die Axtklinge zwischen den abgerissenen Streifen und die untere Rindenschicht gesteckt und das Stück abgeschält. Die Axt wird zwischen Stamm und Kork gedreht, um diesen in möglichst großen Stücken vom Stamm zu trennen.
- Anschließend wird ein horizontaler Schnitt mit einer Trennlinie zwischen dem Korken, der am Baum verbleiben soll und dem, der entfernt werden soll, gemacht.
- Anschließend wird die Rinde vollständig vom Baum abgezogen, wobei darauf zu achten ist, dass sie nicht einreißt. Je größer die abgezogenen Stücke sind, desto höher ist der Verkaufspreis. Die Größe der abgezogenen Stücke hängt vom Geschick und der Erfahrung der Pflücker ab. Nachdem das erste Blatt entfernt wurde, wird der gesamte Vorgang am gesamten Stamm wiederholt.
Nach der Ernte: Stabilisierung und Verarbeitung für Qualitätsprodukte
Nach der Ernte stabilisieren sich die Korkplatten, um die gewünschte Qualität zu erreichen. Sie können dann für verschiedene Zwecke verwendet werden, beispielsweise für natürliche Flaschenverschlüsse, Scheiben oder Presskorkprodukte. Die Platten werden gestapelt und mindestens sechs Monate lang im Freien gelagert. Sonne, Wind und Regen tragen dazu bei, den Teer zu entfernen und die Polyphenole zu oxidieren, wodurch die Korkstruktur stabilisiert wird.
Der stabilisierte Korken wird anschließend mindestens eine Stunde lang in Wasser gekocht. Dieser Vorgang ist wichtig, um das Volumen des Korkens zu vergrößern und die Poren zu erweitern. Dadurch wird die innere Mikroflora zerstört.
Nach dem Kochen wird der Kork getrocknet und anschließend drei Wochen lang bei präzise kontrollierter Temperatur und Luftfeuchtigkeit gelagert. Anschließend werden die Kanten der Korkplatten zugeschnitten, um rechteckige Platten zu erhalten. Diese Platten werden anschließend nach Dicke und Qualität sortiert, wobei Porosität und eventuelle Unregelmäßigkeiten berücksichtigt werden.
Korkenherstellung: Extrusion, Prüfung und Qualitätsklassifizierung
Nach drei Wochen werden die Korkplatten in Streifen geschnitten, aus denen die Korken ausgestanzt werden. Regelmäßige Platten eignen sich für das maschinelle Stanzen, während unregelmäßigere Streifen von Hand ausgestanzt werden. Nach dem Stanzen werden die Enden jedes Rohkorkens abgeschnitten und in die richtige Form gebracht. Auch passende Reststücke werden verwendet und zu Presskork verarbeitet. Korken aus Presskork werden mit der gleichen Sorgfalt und Präzision verarbeitet wie Naturkork. Auch ungenutzte Stücke der Korkeichenrinde werden beispielsweise zur Herstellung von Dämm- und Baumaterialien verwendet. Jedes Stück Korkeichenrinde hat seinen eigenen Nutzen.
Anschließend werden die Korken gescannt, um Mängel zu erkennen, die die Qualität der Flüssigkeit in der Flasche beeinträchtigen könnten. Das Scannen erfolgt durch automatische optische Geräte, die die Strukturen erkennen. Alternativ wird eine manuelle Prüfung durch erfahrenes Personal durchgeführt, das jeden Korken sorgfältig prüft und nach eigenem Ermessen bewertet. Anschließend werden die Korken entsprechend ihrer Qualität in Gruppen eingeteilt.